11.10. Sonntag
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Burgkunstadt, Alte Vogtei / 11:00 Uhr

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Krueger
Ortheil


Michael Krüger / Hanns-Josef Ortheil


Autoren-Matinée
Autorengespräch und -lesung aus »Rom, Villa Massimo«



Michael Krüger: »Mit diesen einfachen 26 Buchstaben können wir Milliarden von Dingen machen. Wir fühlen, sehen und riechen, aber letztendlich sind es die Kombinationen dieser paar Buchstaben, die uns am Leben erhalten.«

Michael Krüger, der bekannte deutsche Verleger, Dichter und Publizist, wurde während des Krieges in Wittgendorf geboren und wuchs in Berlin auf. Nach dem Abitur absolvierte er eine Verlagsbuchhändler- und Buchdruckerlehre und besuchte parallel dazu als Gasthörer Veranstaltungen der Philosophischen Fakultät an der Freien Universität Berlin. In den Sechziger Jahren ließ er sich bei Harrod's - im bekanntesten Kaufhaus Londons - zum Buchhändler ausbilden und machte dort sogar Bekanntschaft mit dem Bibliothekar der Queen. 1966 begann er seine Tätigkeit als Literaturkritiker und erhielt bereits 1968 mit knapp 25 Jahren eine Anstellung als Lektor beim Carl Hanser Verlag. Keine 20 Jahre später sollte er schließlich die literarische Leitung des Hauses übernehmen. Unter seinen Händen blühte das Unternehmen, inzwischen gilt Hanser als Verlag der Literaturnobelpreisträger, verkauft jährlich mehrere Bestseller und vereinigt einige kleinere Verlagshäuser unter seinem Dach. Neben seinem bis 2013 währenden langjährigen Engagement als Verlagsleiter war und ist Michael Krüger außerdem Übersetzer und Autor zahlreicher Gedichte, Novellen und Romane, für die er vielfach ausgezeichnet wurde. Im Sommer 2013 wurde er als Nachfolger von Dieter Borchmeyer zum Präsidenten der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gewählt.



Hanns-Josef Ortheil: »Es gibt nichts Schöneres und Schwierigeres in der Literatur als große Lyrik.«

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 als Kind eines vom Krieg und der Nachkriegszeit belasteten Ehepaars geboren. Vier Söhne hatte die Mutter bereits in diesen schweren Jahren verloren und gleichsam damit auch die Sprache. Ihr fünfter Sohn wuchs schließlich in einer fast symbiotischen Verbindung mit der Mutter auf, übernahm im Alter von drei Jahren ihr konsequentes Schweigen, aber auch ihre Liebe zum Klavierspiel. Als die Situation des schweigenden Kindes in der Schule zu eskalieren drohte, nahm ihn der Vater, ein Geodät, mit in die Natur. Das Kind begann, noch bevor es sprach, mit dem Schreiben: In schwarze Kladden notierte und skizzierte der stumme Junge Beobachtungen und Erinnerungen seines eidetischen Gedächtnisses. Erst im Alter von sieben Jahren begann sich der gesammelte Wortschatz über das gesprochene Wort Bahn zu brechen. Vom fünften bis zum einundzwanzigsten Lebensjahr erhielt Hanns-Josef Ortheil eine pianistische Ausbildung und konzertierte im In-und Ausland. Nach dem krankheitsbedingten Abbruch dieser Karriere studierte er, begann journalistisch zu schreiben, promovierte und debütierte 1979 als Romancier. Heute gehört Hanns-Josef Ortheil zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart und unterrichtet als Professor an der Universität Hildesheim im Fach Literarisches Schreiben. Im März 2015 erschien sein Buch »Rom, Villa Massimo«. Der Roman erzählt von dem Versuch eines Stipendiaten aus Wuppertal, das entscheidende Rom-Gedicht der Gegenwart zu Papier zu bringen.